1777
errichtete die Hudson Bay einen Pelzhandelsposten am Big Missinaibi
Lake. Nahe Chapleau entstand ein weiterer Posten. Cree und Ojibway
Indianer lebten damals in der Landschaft des heutigen Wildschutzgebietes.
In dieser Zeit machten die Irokesen zahlreiche Überfälle
auf die hier heimischen Indianer. Die Cree und Ojibway widersetzten
sich und trieben die Irokesen schliesslich über steile Felsenklippen
in den riesigen Missinaibi See. Diese wuchtigen Felswände sind
heute bekannt als Fairy Point mit zahlreichen indianischen Felsmalereien.
1885
wurde die Canadian Pacific Railway durch das Chapleaugebiet gebaut
und Chapleau entstand als Eisenbahnort. 2 historische Zeichen vor
und hinter der St.Johns Anglican Church an der Pinestreet weisen
auf den ersten christlichen Gottesdienst unter freiem Himmel am
Ufer des Chapleauriver. Beide Zeichen sind nahe an unserem Bootshaus.
Durch den Eisenbahnbau wurden riesige Mineral,- und Holzvorkommen
entdeckt und zugänglich gemacht. 0ft werden wir gefragt, von
was die Leute hier leben. Chapleaus Hauptarbeitgeber ist noch immer
die Eisenbahn. Der Ort ist ein Hauptpunkt, wo die Crews wechseln
zur Fahrt nach 0st oder West. Etwa 100 Lokomotivführer für
die endlos langen Frachtzüge leben hier neben ihrer Fachmannschaft.
Große Sägemühlen liefern Bauholz in die ganze Welt,
vor allem in die U. S. A.
Hunderte von Angestellten sind beim Ministry of Natural Resources
vor allem im Sommer beschäftigt, um den riesigen Distrikt zu
überwachen. Zuständig unter anderem für die Forstwirtschaft,
Fisch und Wilderhaltung oder die Bekämpfung oft gewaltiger
Waldbrände. Es gibt keine aktiven Minen mehr hier, doch in
den 20er und 30er Jahren machten die reichen Mineralvorkommen vor
allem Goldgewinnung möglich, so gab es im Umkreis von 70 Kilometern
zahlreiche Goldminen. In den letzten Jahren hat sich der Tourismus
etwas entfaltet, und man ist bestrebt das Wildschutzgebiet etwas
bekannter zu machen. Chapleaus Population ist auf unter 3.000 gefallen.
Wurden hier einst die schweren Dampflokomotiven überholt, so
sind diese großen Werkstätten nun geschlossen. Die Holzmühlen
sind mehr und mehr mechanisiert worden. Der Holzabbau ist reduziert
worden und alles muß umgehend wieder aufgeforstet werden.
Trotzdem findet man in guten Geschäften alles und jeden Service.
Ein kleines, aber sehr modernes Hospital mit 3 Ärzten, die
auch eigene Praxen betreiben, sowie ein Zahnarzt gewährleisten
jede Hilfe. Alle Hauptreligionen sind mit Kirchen vertreten und
nach kurzem Spaziergang erreicht man das Museum.Der Wakami Provincialpark,
nur 60 km entfernt, hat nicht nur schönen Rundwanderwege, sondern
auch eine historische Freiluftausstellung alter Forstgeräte
und frühester Maschinen, die einmalig in Ontario ist. Auf Naturstrassen
kann man Hunderte von Kilometern durch das Wildschutzgebiet fahren.
Im Herbst sind die Wälder voller Blau,- und Himbeeren und auch
Pilzen. Im Ort gibt es zahlreiche Restaurants mit vernünftigen
Preisen und es gibt 2 Münzwäschereien.